
1977 - 1989
Mit der Gründung des Schlacht- und Verarbeitungskombinates Eberswalde (SVKE) im Jahre 1977 beginnt die Geschichte der Marke „EBERSWALDER".
Der zu damaliger Zeit größte Fleischverarbeitungsbetrieb Europas beschäftigte ca. 3000 Menschen. Auf dem 65 ha großen Betriebsgelände ist eine - für damalige Verhältnisse – hoch moderne Fabrik entstanden, in der sämtliche, für die Verarbeitung und Produktion notwendigen Teilbereiche untergebracht waren. So konnte gewährleistet werden, dass von der Anlieferung des Lebendviehs bis hin zur Auslieferung sehr effektiv gearbeitet wurde. Neben einer immens großen LkW-Flotte führten Gleise direkt ins Werk, sodass auch der Abtransport der Erzeugnisse optimal organisiert wurde.
Die Mitarbeiter, die aus der gesamten ehemaligen DDR nach Britz geholt wurden, konnten sich auf eine Vielzahl von Annehmlichkeiten freuen. Zunächst wurde mit dem Bau des Leibniz- und des Reimann-Viertels in Eberswalde das Wohnungsproblem gelöst. Und durch den eigenen Busbahnhof am Werk war auch der Transfer zwischen Arbeit und Wohnung gewährleistet. Eine eigene Poliklinik, Friseur, Gaststätte, Gärtnerei, Bibliothek und Sparkasse waren nur einige der Vorzüge, die dieser Betrieb zu bieten hatte. Für die Erholung der Mitarbeiter standen Ferienobjekte im gesamten Land zur Verfügung. Dieser Vorzeigebetrieb zerbrach mit dem Ende der damaligen DDR im Jahre 1989.
1991
Es folgte eine turbulente Zeit, bis der Betrieb 1991 von der Plumrose Deutschland GmbH übernommen wurde. Bereits in dieser Zeit schmälerte sich die Zahl der Mitarbeiter deutlich. Ebenso wurden erste Teilbereiche des Unternehmens geschlossen.
1997
Ab 1997 gehörte das einst größte Fleischwerk als eigenständiges Unternehmen zur Thien-Gruppe.
2000
Ende 2000 musste das Unternehmen als Folge des eskalierenden Preiskampfes in der Fleischwarenbranche Insolvenz anmelden.
Durch Neustrukturierungsmaßnahmen, wie die Schließung des Schlachtbetriebes und die Konzentration des Geschäftsbetriebes auf die Kernkompetenzen (Produktion von Brühwurst, Rohwurst, Pökelwaren und SB-Fleischsortimenten), konnte der Betrieb in enger Zusammenarbeit des Managements mit dem Insolvenzverwalter, der Belegschaft, dem Betriebsrat und der Gewerkschaft NGG bereits Mitte 2001 wieder in die schwarzen Zahlen geführt werden. Die Landesregierung sowie das zuständige Arbeitsamt Eberswalde trugen durch finanzielle und organisatorische Unterstützung für die Umschulung und Qualifizierung der nicht mehr im Unternehmen zu beschäftigenden Mitarbeiter zum Sanierungserfolg bei. Ein Ergebnis dieser guten Zusammenarbeit war es, dass es trotz der Insolvenz zu keiner Zeit zu einer Beeinträchtigung der Belieferung unserer Kunden mit Eberswalder Qualitätsprodukten kam.
Am 01.11.2002 wurde der Geschäftsbetrieb vom Insolvenzverwalter mittels eines Betriebspacht- und Übertragungsvertrages auf die beiden Firmen
übertragen. Gesellschafter beider Unternehmen ist die MBU Märkische Beteiligungs- und Unternehmensverwaltungs GmbH, deren Eigner und Geschäftsführer Dr. Eckhard Krone ist. Dr. Krone war bereits in der Insolvenzphase des Unternehmens als Geschäftsführer tätig und trug gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter die Verantwortung für die Sanierung des Betriebes.
Für den Fleischzerlegebetrieb mit angeschlossener SB-Frischfleisch-Portionierung (EZ 687) und den Verarbeitungsbetrieb mit der Produktion von Wurst- und Pökelerzeugnissen (EV 687, BB 60666) hat die Neugliederung des Unternehmens, insbesondere unter dem Aspekt der Eigenständigkeit beider Betriebe, neue Perspektiven eröffnet. Was unabhängig davon geblieben ist, ist die Wahrung und Weiterentwicklung des jeweiligen Know-hows für die Produktion qualitativ hochwertiger und schmackhafter Fleisch- und Wursterzeugnisse.
heute
Nach Übernahme durch die MBU Märkische Beteiligungs- und Unternehmensverwaltungs GmbH befindet sich der Betrieb heute in einer stabilen wirtschaftlichen Verfassung. Zurzeit werden 290 Mitarbeiter fest und bis zu 120 Mitarbeiter saisonal beschäftigt.
Die Marke „EBERSWALDER" steht für Qualität und Frische. Sie ist einer über 30-jährigen Tradition verpflichtet und hat insbesondere in den neuen Bundesländern einen hohen Bekanntheitsgrad. Unter Verwendung von selbst entwickelten und überlieferten regionalen Rezepturen wird stetig an der Unverwechselbarkeit der Marke „EBERSWALDER" gearbeitet.
